Anbau und Ernte
Besondere Kennzeichen:
Keine Ansprüche an den Boden und extrem gegen Umwelteinflüsse geschützt.
Lange Zeit wurde Dinkel vom ertragreicheren Weizen als Hauptgetreide verdrängt. Auch die Verarbeitung des Dinkels ist zeitintensiver und teurer als die des Konkurrenz-Korns, weil Dinkelkörner sehr fest an ihren harten Spelzen hängen. Doch genau in dieser Tatsache liegt ja auch das große Plus des Dinkels - seine bessere Verträglichkeit. Und Dinkel ist anspruchsloser, robuster, winterhart und kaum krankheitsanfällig. Durch eine ständig wechselnde Fruchtfolge auf den Feldern wird das Risiko von Getreidekrankheiten von vorn herein minimiert.
Dinkel ist eine extrem genügsame Pflanze, die hervorragend auf armen, steinigen Böden gedeiht und sich auch in rauem Klima behauptet. Ihr Ertrag lässt sich durch Düngung kaum steigern. Daher ist Dinkel auch weniger mit Umweltgiften belastet als andere Getreidearten. Dinkel kann als das reinste Getreide angesehen werden, weil er aufgrund seiner hervorragenden Pilz- und Schädlingsresistenz fast ohne Insektizide, Herbizide und Pestizide angebaut werden kann. Aus heutiger ökologischer Sicht ist Dinkel ideal.
Je nach Verwertung wird Dinkel entweder zur Milchreife als Grünkern geerntet oder nach völliger Reifung im Mähdreschverfahren. Da die Körner des Dinkels auch nach dem Dreschen von den Spelzhüllen fest umschlossen bleiben, muss vor dem Vermahlen in der Mühle noch ein weiterer Arbeitsgang eingeschaltet werden: das Gerben. Hierbei werden die Körner mechanisch aus dem Spelz gelöst. Das Korn-Spelz-Gemisch gelangt danach in einen Reinigungsprozess, in dem die Spreu vom Korn getrennt wird. Jetzt kann das Korn in der Mehlmühle vermahlen werden.
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